Der PauliOpa und ein Spaziergang.. .
Es begab sich am Nachmittag eines sonnigen
Frühlingssonntages, da sagte die HediOma zum PauliOpa: "Du
solltest eigentlich einen kleinen Spaziergang machen bei diesem
schönen Wetter." Das sagt sie immer an Sonntagen und bei
Schönwetter.
Der PauliOpa fragte die HediOma: "Und wo soll
ich denn deiner Meinung nach spazieren gehen?"
"Na, bei uns, im Wald, hinter dem Haus.",
antwortete die HediOma.
Da brummte der PauliOpa: "Warum soll ich im
Wald spazieren gehen? Bin ich ein Hirsch?", lehnte sich zurück
und legte sich auf seine Couch zur Nachmittagsrast. Das sei mehr nach
seinem Geschmack, meinte er, weil er doch ein "Couchpotatoe"
(sprich: "Kautschpotäitoh") sei. Ich meine aber, dass das
nicht die richtige Methode für den PauliOpa ist, damit er wieder ein
UHU (Unter Hundert Kilo) wird.
Später kochte dann der PauliOpa wieder ein Dinner
mit mehreren Gängen aus Zutaten, die er schon am Samstag besorgt
hatte.. Der PauliOpa kocht von Zeit zu Zeit selber und dann lädt er
Freunde zum Essen ein. An diesem Sonntag war ein Feiertag für den
PauliOpa, ich glaube, es war sein Geburtstag.
Der PauliOpa stand nun in der Küche, hatte seine
grüne Schürze umgebunden und er schnitt und schälte, er raspelte
und rührte, er klapperte mit Schüsseln und Töpfen, dass es eine
Freude war. Er kam mir vor, wie der Zwerg Nase, der aus dem Märchen
in seiner besten Zeit. Das Kochen nahm eine geraume Zeit in Anspruch,
aber der PauliOpa hatte ja schon am Vortag sehr viel vorgekocht und
zubereitet, sodass er heute die Speisen schnell servieren konnte, wenn
die Gäste eintrafen.
Die HediOma hörte den PauliOpa in der Küche
werken, ging zu ihm hin und fragte: "Du, PauliOpa, soll ich Dir
nicht helfen?". Und wieder brummte der PauliOpa: "Bitte,
liebe HediOma, bitte, hilf mir nicht. Es ist schon so schwer
genug!"
Da wandte die HediOma leicht beleidigt ein:
"Aber den Tisch könnte ich schon decken?"
"Ja", räumte der PauliOpa ein, "den
Tisch decken kannst Du schon."
Denn Tischdecken macht der PauliOpa nicht so gerne
und die HediOma kann das ausgezeichnet.
Kochen kann die HediOma schon auch selber sehr gut.
Alles mögliche Gemüse und am besten, so sagt der PauliOpa, seien
ihre Semmelknödel, so zart und flaumig, dass sie einem auf der Zunge
zergehen.
Die Gäste vom PauliOpa trafen ein und wir taten uns
alle an den vom PauliOpa aufgetragenen Speisen und den verschiedensten
Getränken bis weit in den Abend hin gütlich.
Später ging ich in meinem Zimmer beim PauliOpa zu
Bett. Obwohl mein Bauch ganz voll war von dem guten Essen, schlief ich
bald tief und fest. Plötzlich zupfte mich etwas am Ärmel. Im fahlen
Mondlicht sah ich den PauliOpa vor dem Bett stehen und er sagte zu
mir: "Komm, ich zeig Dir, wie man Palatschinken kocht".
Wir gingen in eine Küche, die etwas anders aussah,
als die normale Küche vom PauliOpa. Es war dort ein großer Herd und
viele Gerätschaften und Töpfe. Alles blitzte und blinkte. Der
PauliOpa schaute sich kurz um und fand eine Waage. Die stellte er auf
einen Tisch.
Dann ging er in eine Art Vorratsraum und brachte die
Zutaten her. Glattes Mehl, 2 Eier, Zucker, Milch, Salz und ein
Sodawasser. Er schüttete einen halben Liter Milch in eine Schüssel,
schlug die Eier auf (immer getrennt in ein separates Glas, damit er
feststellen konnte, ob keines verdorben sei), gab sie zur Milch,
fügte etwas Salz und Zucker dazu und verrührte alles mit einem
Schneebesen. Dann wog er 1/4 kg Mehl ab und rührte dieses nach und
nach in die Milch ein, sodass keine Klumpen entstanden. Etwas
Sodawasser würde die Palatschinken flaumiger machen, und etwas Öl
würde verhindern, dass der Teig an der Pfanne kleben bleibe, meinte
der PauliOpa.
Auch solle das Ganze nun einige Minuten rasten,
damit das Mehl gut quellen könne und die Teigkonsistenz besser würde.
Wir schauten uns noch in der Küche um und fanden ein großes Glas
Erdbeermarmelade und Schlagobers in einer Spritzflasche.
Der PauliOpa holte dann eine Pfanne, ließ die
Pfanne sehr heiß werden und gab dann einen Esslöffel Öl hinein. Er
gab einen Teigtropfen in das heisse Öl und prüfte, ob es schon heiß
genug sei. Der Tropfen müsste richtig aufprasseln, dann sei es
richtig. Wegen der Pfanne müsse man auch darauf achten, dass sie
richtig konditioniert sei.
Das bedeutet, dass die Pfanne schön rutschig ist
und das erreicht der PauliOpa, indem er einen Kaffeelöffel Salz in
die Pfanne gibt, dieses sehr heiß werden lässt und dann einen
Esslöffel Öl darinnen gut verteilt und das heiße Öl und das Salz
mit viel Küchenpapier wieder herauswischt und immer nach Gebrauch nur
mehr auswischt. Er verwende dafür keine Reinigungsmittel, da
ansonsten die Oberfläche der Pfanne wieder "pickat"
(pickig) würde.
Dabei müsse man aber sehr aufpassen, sagte der
PauliOpa, damit man sich nicht die Finger verbrenne. Diese Pfanne darf
dann nur mehr mit normalem Wasser ohne Spülmittel gewaschen und mit
Küchenpapier trocken gerieben werden, damit der entstandene Fettfilm
nicht entfernt wird und die "Poren" der Pfanne geschlossen
bleiben, was diese Glätte verursacht und die Palatschinken nicht
ankleben.
Als die Pfanne nun genügend erhitzt war, gab der
PauliOpa einen Schöpflöffel Palatschinkenteig in die Pfanne,
schwenkte sie, damit der Teig gut verteilt werde und ließ die
Palatschinke auf einer Seite anbraten. Dann schupfte er die
Palatschinke in der Pfanne in die Höhe, dass sie sich in der Luft
drehte, fing sie - so gewendet - wieder mit der Pfanne auf und briet
die Palatschinke fertig. Schwupps auf einen Teller damit und mit
Marmelade bestrichen, zusammengerollt und warmgestellt.
An die zwölf Palatschinken buk der PauliOpa auf
diese Weise. Er servierte sie dann, mit Kristallzucker und mit
Schokoladeflocken bestreut, und obenauf einen großen Tupfer
Schlagobers aus der Spritzflasche.
Wir aßen sie alle auf. Ich fünf und der PauliOpa
sieben. "Das nächste Mal darfst du die Palatschinken selber
machen", meinte der PauliOpa. Das sei nicht so schwer, fand ich
und war schon gespannt auf das nächste Mal.
Als ich dann am nächsten Tag in der Früh
aufwachte, hatte ich noch den Geschmack von Palatschinken am Gaumen.
Satt war ich jedoch nicht. Ich war mir aber auch nicht sicher, ob ich
das mit dem PauliOpa als Palatschinkenkoch nur geträumt hatte?
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