Der Schneemann Fritz
Eines Tages im Winter schaute der PauliOpa aus dem
Fenster und meinte: "Heute ist ein richtiger Schnee, um einen
Schneemann zu bauen."
Er sagte, dass der Schnee für einen Schneemann eine
bestimmte Festigkeit haben müsste, damit er beim Rollen der Kugeln
für den Körper und den Kopf nicht zerfiele.
Also zogen wir unsere warmen Sachen und die
Fäustlinge an, denn draußen war es richtig kalt. Wir suchten einen
Platz aus, wo sich der künftige Schneemann aufhalten sollte, vor
unserem Fenster im Garten, damit wir ihn auch immer gut sehen könnten
und er uns auch.
So begann nun der PauliOpa eine große Kugel aus dem
Schnee zu machen, indem er anfangs eine kleine Kugel formte und diese
über den Schnee rollte, sodass der darunter liegende Schnee auf der
Kugel haften blieb. Diese Kugel bildete den Körper des Schneemannes.
Eine kleinere Kugel durfte ich zusammenrollen, das war dann der Kopf
vom Schneemann. Den setzte der PauliOpa auf den Körper und nahm noch
Schnee mit der Hand auf und befestigte damit so den Kopf rundherum
noch besser auf dem Körper.
Als Augen suchten wir im Keller nach zwei größeren
Kohlestückchen. Als Nase reichte uns die HediOma eine Karotte aus dem
Fenster. Für den Mund hatten wir uns auch etwas kleinere
Kohlestückchen gesucht, das waren dann die Zähne. Fehlten noch zwei
Hände. Die haben wir aus zwei kleineren Schneekugeln geformt und
rechts und links am Körper befestigt.
Einen Hut sollte der Schneemann auch haben. Dafür
hatte der PauliOpa einen alten Zylinder aus der Kiste mit alten
Kleidern im Keller hervorgeholt und auch noch einen alten Besen von
der Hausmeisterin ergattert, damit der Schneemann auch wie ein
richtiger Schneemann ausschaute.
Die HediOma stiftete einen alten, roten Schal. Den
band der PauliOpa dem Schneemann um den Hals, damit er sich nicht
verkühle und kein Halsweh bekäme. Als das Werk vollendet war,
freuten wir uns sehr und tauften den Schneemann „Fritz".
Fritz stand nun Vor meinem Kinderzimmerfenster und
ich sah ihn jeden Tag, wenn ich aus dem Fenster schaute. Jeden Abend
öffnete ich das Fenster und wünschte Fritz, dem Schneemann, eine
gute Nacht und angenehme Träume.
Ich bedauerte ihn, dass er nicht in der warmen
Wohnung sein konnte, aber Fritz zwinkerte mir zu und bedeutete mir,
das sei schon alles rechtens und er fühle sich auch so sehr wohl.
Mir war als winkte er mir immer zu und wenn der Mond
schien und der Schnee draußen glitzerte, lächelte er mir auch zu. So
hatte ich einen Freund, der vor dem Fenster stand und Wache hielt,
dass keine Wintergeister kämen, die ihren Schabernack trieben mit uns
Menschen.
Aber als es dann gegen den Frühling hin wieder
wärmer wurde, schrumpfte Fritz, mein Schneemann, und wurde immer
kleiner und buckliger, bis er eines Tages ganz verschwunden war und
nur mehr seine schwarzen Augen und die Zähne, der schwarze Zylinder,
der Schal und der Besen übrig waren.
Der PauliOpa sagte mir, ich solle nicht traurig
sein, das sei der Lauf der Welt und Fritz, der Schneemann, wäre
sicher auf dem Nordpol, im Winterhimmel für Schneemänner und dort
hätte er es sicher gut .
Er sagte auch, dass wir im nächsten Winter wieder
einen Schneemann, den Franz, bauen würden, damit wieder jemand die
Wintergeister von unserem Haus abhielte.
Mir ging der Fritz schon ab. Immer wenn ich am Abend
aus dem Fenster schaute und den leeren Platz sah, stiegen mir manchmal
Tränen in die Augen und ich schaute auf den Polarstern, der nach
Norden zeigt und winkte, in der Hoffnung, dass Fritz auch an mich
denken würde.
Aber mit der Zeit entschwand die Erinnerung an
Fritz, den Schneemann aus meinem Gedächtnis, da ich ja viel zu tun
hatte mit in die Schule gehen und anderen Sachen.
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